16 08 2007 • Die Kärntner Volkshochschulen
Slow Food - Essen im Schneckentempo
Genießen mit Verstand. „Slow Food bedeutet, sich für das Essen Zeit zu nehmen, bewusst zu genießen und die Bedeutung der Vielfalt der regionalen Spezialitäten anzuerkennen“, meint Dr. Erwin Jäger, Leiter des Slow Food Convivium Carinthia. Die vom Italiener Carlo Petrini 1986 in Bra im Piemont gegründete Bewegung organisiert sich in Untergruppen auf regionaler Ebene, die als „Convivien“ bezeichnet werden. Heute ist Slow Food eine internationale Vereinigung von über 80.000 Mitgliedern in 107 Ländern der Erde und versteht sich als Gegenpol zum Fast Food. Statt immer mehr und immer schneller heißt es langsamer und bewusster essen! Aber die Vereinigung setzt sich nicht nur für qualitativ hochwertiges Essen, sondern auch für höhere Lebensqualität und Entschleunigung ein. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat die Bewegung die Schnecke als Logo gewählt. „Als Amulett gegen den Geschwindigkeitswahn der modernen Welt“, wie man unter anderem auf der Homepage von Slow Food Austria erfährt.
Engagement für regionale Produkte und Umweltschutz. „Slow Food engagiert sich für den Schutz der lokalen Küchen, der traditionellen Erzeugungsbetriebe, der vom Aussterben bedrohten Pflanzen und Tierarten und unterstützt speziell eine Landwirtschaft, die weniger intensiv, aber dafür sauberer arbeitet“, erklärt Jäger. Der Inhaber eines Delikatessengeschäftes aus Klagenfurt trat der Vereinigung vor 10 Jahren bei einem Besuch einer Weinmesse in Verona am Slow Food Stand bei. „Der Gründer Carlo Petrini hat mich mit seiner Idee und der dahinter stehenden Philosopie begeistert und ich bin überzeugt, dass seine Überlegungen auch in Kärnten helfen können, die vielfältigen regionalen Kärntner Spezialitäten besser in unser Bewusstsein zu rücken.“ Die Bewegung steht nicht artgerechter Tierhaltung ebenso kritisch gegenüber wie Monokulturen, Gentechnik und Lebensmittelzusatzstoffen. Weiters setzt man auf kurze Transportwege, um Treibstoff zu sparen und somit die Umwelt zu schonen.
Zusammenarbeit mit den Kärntner Volkshochschulen.
Seit diesem Jahr arbeitet das Slow Food Convivium Kärnten, das regelmäßig themenbezogene Abendessen, Verkostungen und Ausflüge organisiert, mit den Kärntner Volkshochschulen zusammen. „Frau Mag.a Beate Gfrerer, stellvertretende Geschäftsführerin der Volkshochschulen Kärnten, ist selbst Mitglied bei Slow Food Kärnten. Bei einem Treffen im Mai dieses Jahres vereinbarten wir die Kooperation Kärntner Volkshochschule und Kärntner Tafelrunde“, zeigt sich Dr. Jäger erfreut. In 12 Tafelrunden will man mit namhaften Gastronomen und speziellen Abendmenüs Spezialitäten und Produzenten aus unterschiedlichen Regionen Kärntens vorstellen. „Uns als Organisation ist es wichtig, heimische Gastronomen und Produzenten zu unterstützen, die nicht den herkömmlichen Weg gehen“, erklärt Gfrerer den Grund für diese Zusammenarbeit. „Mir ist wichtig, dass saisonale Produkte verwendet werden, um so dem globalisierten Handel entgegen zu wirken und auf diese Weise etwas für den Klimaschutz zu tun.“
Beim „Kaiser der Paradeiser“. Neben den Tafelrunden organisieren die beiden Vereine auch zwei lukullische Exkursionen. Im Burgenland führt u. a. Erich Stekovics, der „Kaiser der Paradeiser“, durch seine „Werkstatt ohne Dach“. Die zweite Exkursion in die Steiermark besucht z. B. Josef Zotter, der einen Blick hinter die Kulissen seiner Schokoladen-Manufaktur gewährt, die für „Vielfalt mit Langzeitwirkung in Geschmack und Bewusstsein“ steht, wie auf der Website zu lesen ist. Die Schokolade ist außerdem bio und fair, echtes Slow Food eben.
» Termine und Daten zu den Tischrunden
Anmeldung und nähere Informationen:
Volkshochschule Klagenfurt,
Bahnhofstraße 44, 9020 Klagenfurt
Tel: 050 477 7000, Fax: 050 477 7010
E-Mail: .(Javascript muss aktiviert sein, um diese E-Mail-Adresse zu sehen)



