16 08 2007 • Die Kärntner Volkshochschulen
Kooperation zwischen den Kärntner Volkshochschulen und MINI MED Studium
Burn-out-Syndrom - wenn Körper und Seele ausbrennen
„Keine Zeit, bin im Stress“, ist eine häufige Antwort auf die Frage, ob man denn etwas gemeinsam unternehmen könne. Bleiben Betriebsamkeit und Tatendrang in einem bestimmten Rahmen, sind sie durchaus positiv und anregend. Wird der Stress jedoch zuviel und mischt sich mit zu hoher persönlicher Erwartung, ständiger Überbelastung und Frustration, kann man „ausbrennen“. Fehlende Anerkennung, geringe Wertschätzung und kaum Veränderungsmöglichkeiten können diesen Prozess beschleunigen. Völlige Erschöpfung, Verzweiflung, Depression, Angstzustände, Versagensängste, Schlafstörungen oder Kopfschmerzen sind nur einige der vielfältigen und individuell unterschiedlichen Symptome eines so genannten Burn-out-Syndroms.
Es kann jeden treffen. Galt das
Burn-out-Syndrom in den 90ern noch als Manager-Krankheit, sind heute nahezu alle Berufs- und Altersgruppen betroffen. Der Begriff stammt aus den 70er Jahren und wurde damals hauptsächlich mit Menschen, die in so genannten „helfenden Berufen“ tätig waren, in Verbindung gebracht. Ausgebrannte LehrerInnen, ÄrztInnen, Pfarrer, Arbeitslose, StudentInnen, Hausfrauen – mittlerweile findet man in der einschlägigen Literatur eine Vielzahl besonders gefährdeter Berufsgruppen. In der breiteren Öffentlichkeit ist die Krankheit jedoch erst bekannt geworden, als berühmte Persönlichkeiten den Mut hatten, sich öffentlich dazu zu bekennen. Der deutsche Skispringer Sven Hannawald begründete sein Karriereende mit einem Burn-out. Der Rapper Eminem sagte deswegen eine Tournee ab, und die stimmgewaltige Mariah Carey sowie der Latinostar Ricky Martin mussten deshalb längere Karrierepausen einlegen.
Gesund bleiben durch Wissen. Die ersten körperlichen Symptome wie chronische Müdigkeit, Herzrasen, Spannungskopfschmerz oder Magen-Darm-Beschwerden werden von den Stressgeplagten häufig ignoriert. Außerdem können diese Beschwerden alle möglichen Ursachen haben. Die Betroffenen wissen zu wenig über diese Erkrankung und können die Anzeichen nicht deuten. Überdies erschweren die Vorurteile gegenüber psychischen und psychiatrischen Erkrankungen die Suche nach professioneller Hilfe. „Wissen hilft Menschen, gesund zu bleiben und macht aus Patienten mündige Partner,“ meint Univ.-Prof. Dr. Georg Bartsch. Aus diesem Grund begründete der Vorstand der Innsbrucker Universitätsklinik für Urologie im Frühling 2000 das MINI MED Studium, eine medizinische Vorlesungsreihe österreichischer Ärzte.
Kooperation zwischen den Kärntner Volkshochschulen und MINI MED Studium. Seit Dezember 2006 gibt es das MINI MED Studium auch in Kärnten. Diesen Herbst werden die informativen Vorträge um vertiefende Workshops der Kärntner Volkshochschulen erweitert. „Bei Vorträgen bleiben oft Fragen offen. Deshalb wollen wir Interessierten in vertiefenden Workshops die Möglichkeit geben, sich genauer über ein Thema zu informieren“, meint Mag.a Beate Gfrerer, stellvertretende Geschäftsführerin und Pädagogische Leiterin der Kärntner Volkshochschulen. So bieten die Kärntner Volkshochschulen gleich fünf Workshops an, die sich mit dem Thema Burn-out und der Burn-out-Prävention beschäftigen. Die Zusammenarbeit der beiden Organisationen umfasst weiters Vorträge sowie weiterführende Workshops zu den Themen Herzstörungen, Übergewicht und Demenzerkrankungen. Auf die Frage nach den Gründen für diese Zusammenarbeit meint Gfrerer: „Gesundheit hat für uns einen hohen Stellenwert. Je mehr Organisationen sich vernetzten, um den Menschen Informationen anzubieten, desto besser.“
» Informationen zu den Vorträgen



