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Glasschmelzen oder Tiffany?

Buntes Glas ist vielfältig einsetzbar. Wer ein bestimmtes Motiv auf dem Lampenschirm oder auch in der Eingangstüre haben möchte, hat zwei Möglichkeiten. Entweder er erteilt einen kostspieligen Auftrag, oder aber er wird selbst zum Künstler.

Glasschmelzen oder Tiffany?

Fusing: Glasschmelzen

In diesem Workshop erlernen Sie in Praxis und Theorie, Gläser zu verschmelzen und zu verformen.

Kurs(e) dazu im Kursfinder

Autorin: Margarita Kinstner

Tatsache ist, dass das Schneiden, Löten und Schmelzen von Glas – unter fachgerechter Anleitung – für jeden Laien erlernbar sind. Doch was ist der Unterschied zwischen Tiffany und Glasschmelzen (auch genannt Fusing)?

 

Tiffany – Die Kunst der klaren Linie
 

Wer kennt sie nicht, die Lampenschirme, Türverglasungen und Spiegel im Tiffany-Stil? Doch wie entstehen diese Muster eigentlich?
Tiffany ist eine Form der kalten Glasverarbeitung. Sprich, wer eine Tiffanylampe oder ein Tiffany-Fenster herstellen möchte, muss weder an einen Ofen, noch an eine Schmelzwanne. Um das erdachte Motiv zum Leben zu erwecken, fertigt man zuerst die Schablonen an. Die einzelnen Teile des Motivs werden dann aus buntem Glas zugeschnitten und geschliffen und anschließend mit Kupferdraht ummantelt und miteinander verlötet. Um die typisch grünliche oder schwarze Verfärbung der Lötstellen zu erhalten, wird das Stück am Schluss noch patiniert.

Fusing - von großen Flächen bis zum Modeschmuck

Wen die klar abgetrennten Formen des Tiffany nicht ansprechen, der könnte es mit der Methode des Fusing probieren. Bei dieser Technik, die seit etwa 2000 Jahren angewendet wird,  werden die zugeschnittenen bunten Glasteile bei 800 Grad miteinander verschmolzen. Zur Gestaltung dienen dabei diverse zugeschnittene Glasformen, aber auch Glasfäden, zerstoßenes Glas und Glaspulver.
So entstehen kleinere und größere Glasflächen oder auch Schalen, die einen modernen, bunten Touch ins Zimmer bringen. Ob man statt der Fliesen in der Küche lieber mit Glaskacheln arbeitet, ob man auf der Suche nach einem Türeinsatz ist oder auch die Obstschale nicht im Möbelhaus kaufen möchte, die Einsatzmöglichkeiten sind beinahe unbegrenzt.

„Glasschneiden? Löten? Schmelzen? Kann das ein Laie überhaupt?“

In der Pischelsdorferstraße 219 befindet sich hinter einer blauen Eingangstüre die Werkstätte von Helmuth und Eva Krenn. Bereits vor Jahren begann der gelernte Holztechniker sich für die Glaskunst zu interessieren. Seine Begeisterung war so ansteckend, dass Tochter Eva Krenn sich für die Ausbildung zur Glastechnikerin entschied. Seit vielen Jahren bieten die beiden auch Kurse für die Kärntner Volkshochschulen an.
„Die beiden Techniken kann jeder recht schnell erlernen“, weiß Eva Krenn. „Wir haben ja meistens Laien hier, nur ganz selten kommt jemand, der sich bereits längere Zeit mit Glas beschäftigt.“
„Tiffany war vor 20 Jahren ein richtiger Hype“, verrät Helmuth Krenn. „Heute ist das nicht mehr so spürbar, aber noch immer interessieren sich Menschen für diese spezielle Glaskunst. Oft sind es die Kursteilnehmer von damals, die neue Kurse ins Leben rufen möchten und neue Interessenten aus dem Freundeskreis anlocken.“

Individuell und selbstgemacht

Der Vorteil des Selbermachens: Man kann Motiv und Farben selber wählen und zahlt nur einen Bruchteil des Geldes, das man dafür ausgeben müsste, wenn man das nach Maß angefertigte Stück in Auftrag gibt. Vor allem aber wirkt sich Handarbeit positiv aufs Selbstbewusstsein aus.
„So viele Menschen trauen sich heute keine Handarbeit mehr zu“, weiß Eva Krenn. „Wenn sie es jedoch einmal hierher geschafft haben, ist diese Angst bald vergessen.“
Meistens kommen ehemalige KursteilnehmerInnen wieder. Da geht es dann nicht nur um das fertige Stück, sondern vor allem um den schöpferischen Prozess an sich und auch das gemeinsame Tun in der Gruppe. Man muss keine Studien von Neurowissenschaftlern lesen, um zu wissen, dass sich der schöpferische Gestaltungsakt positiv aufs Selbstbewusstsein auswirkt. Es reicht, es auszuprobieren!

Fusing: Glasschmelzen

In diesem Workshop erlernen Sie in Praxis und Theorie, Gläser zu verschmelzen und zu verformen.

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