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Lesen und Schreiben macht Spaß

Immer weniger Kinder können laut Pisa-Studie sinnerfassend lesen. Warum ist das so? Lesen unsere Kinder nicht mehr gern? Holen Sie sich Tipps, wie Sie es schaf-fen, Ihr Kind von Anfang an für Bücher zu begeistern. Denn wer gern liest, der schreibt auch besser.

Lesen und Schreiben macht Spaß

Kreatives Schreiben für Eltern und Kinder

Alle Kurse von und mit der Autorin Magarita Kinstner

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Blogbeitrag von Magarita Kinstner

Leseförderung beginnt bereits beim Kuscheln
Geschichten sind etwas Wunderbares. Können Sie sich noch daran erinnern, wie es für Sie war, mit Mama oder Papa oder auch Oma und Opa unter die Bettdecke zu schlüpfen und eine spannende Geschichte vorgelesen zu bekommen?
Wie wir mit unseren Kindern lesen hängt sehr stark von unserer eigenen Leseerfahrung ab. Hatten Bücher in Ihrer eigenen Kindheit einen großen Stellenwert? Gab es für Sie diese „Kuschelmomente mit Buch“? Oder war es eher so, dass Sie beim Vorlesen stets ausgebessert wurden?

Man muss selbst keine Leseratte sein, um sein Kind zu fördern
Die gute Nachricht: ALLE Eltern können ihren Kindern dabei helfen, eine positive Beziehung zu Büchern aufzubauen. Kuscheln sie sich mit Ihrem Kind unter eine Decke und schauen Sie gemeinsam ein Bilderbuch an. Sprechen Sie über das, was in der Geschichte passiert und stellen Sie vor allem viele Fragen, z.B.: „Warum ist denn der Frosch so traurig?“
Es kommt nicht gar nicht so sehr darauf an, wie gern und gut Sie selbst lesen. Viel mehr kommt es darauf an, ob Sie es schaffen, Ihr Kind zu unterhalten und vor allem selbst aktiv werden zu lassen. Schließlich soll sich Ihr Kind nicht nur berieseln lassen!

Die Entwicklung vom brabbelnden Kind zum lesenden Kind
In meinem Vortrag werde ich nicht nur viele Tipps geben, wie man Kinder aktiv in den Leseprozess einbindet, sondern ganz genau auf die einzelnen Entwicklungsstufen vom „brabbelnden Kind“ bis hin zum lesenden und schreibenden Volksschulkind eingehen. Für alle, die gerne jetzt schon ein wenig zum Thema „Lesen und Schreiben mit Kindern“ erfahren möchten, habe ich einen kurzen theoretischen Überblick über die Entwicklungsstufen sowie einen Ausblick auf den anschließenden Workshop zusammengefasst.

1. Vom gemeinsamen Anschauen zum Vorlesen
Die ersten Bücher liegen idealerweise bereits im Kinderzimmer, wenn das Kind noch nicht einmal sprechen kann. Das Kind erkennt Dinge aus der realen Welt (Hund, Katze, Auto, …) und stellt eine Verbindung zu dem Bild her. Bereits hier also wird also eine Art Übersetzung geübt. Das Erlebte wird im Bild wiedererkannt und aktiv in Sprache umgewandelt. (Dazu zählt bereits ein „Wau-Wau“) Der allererste Schritt zum sinnerfassenden Lesen!
Mit der Zeit wird das Kind älter, die Texte in den Bilderbüchern werden anspruchsvoller und länger. Sind Kinder unkonzentriert oder ungeübt im Zuhören, können lange Texte schnell zu einem Gefühl der Langeweile führen. Werden Sie zum Schauspieler! Verändern Sie Ihre Stimme, werden Sie zur Hexe, zum alten Mann, zu einem weinenden Kind! Lassen Sie ruhig einmal ein paar Zeilen aus oder erzählen Sie eine Seite in eigenen Worten, wenn Sie merken, dass Ihr Kind unruhig wird. Vor allem aber: Stellen Sie viele Fragen, um zu sehen, ob Ihr Kind das Vorgelesene verstanden hat. (Wieder sind wir hier bei der Sinnerfassung.)

Ein kleiner Tipp am Rande: Hören Sie immer mit dem Vorlesen auf, solange das Zuhören noch Spaß macht! Nur so erreichen Sie, dass sich Ihr Kind sich auf das nächste Mal freut.

2. Zuhören und Zuschauen als Vorbereitung auf das Lesen
Wenn Sie Ihrem Kind regelmäßig vorlesen, bekommen Sie ein gutes Gefühl dafür, was Ihr Kind mag und wie lange ein Text sein darf. Mit der Zeit wird Ihr Kind geübter im Zuhören und vor allem konzentrierter. Sie werden immer weniger improvisieren müssen und dürfen den Text nun wirklich lesen. Lassen Sie Ihren Finger beim Lesen mitwandern, damit das Kind den Zusammenhang zwischen Zeilenlänge und der Länge des gesprochenen Satzes herstellen kann. Beim Vorlesen tauschen Sie ganz automatisch ihre Alltagssprache gegen die des Autors/ der Autorin ein. Ihr Kind lernt dadurch nicht nur die Schriftsprache kennen, sondern bekommt ein gutes Gefühl für Satzbau, Sprachmelodie und den Aufbau einer Geschichte.

In meinem Workshop werde ich Ihnen ein paar moderne, lustige und hochwertige Kinderbücher vorstellen. Diese kann man alle gratis in der öffentlichen Bibliothek ausleihen! Außerdem werden wir die „Geschichte aus dem Schuhkarton“ kennenlernen. Diese kostet fast nichts und kann gemeinsam mit den Kind an einem einzigen Nachmittag gebastelt werden.

3. Das Kind beginnt zu lesen
Sobald das Kind lesen lernt, holen Sie das Lesebuch an den selben Ort, an dem Sie bis jetzt gemeinsam gelesen haben. Wer nämlich die Bilderbücher wie gewohnt beim Kuscheln liest, die Lese-Hausübungen jedoch mit strengem Blick überwacht, der darf sich nicht wundern, wenn das Üben Angst macht.
Wissen Sie, wie meine Oma mit mir lesen übte? „Ein Satz du, zwei Sätze ich!“, sagte sie. Auch wurde ich nie ausgelacht, wenn mich verlesen hatte. Wenn Ihr Kind bei einem Satz immer wieder hängen bleibt, werden Sie bitte nicht ungeduldig. Lassen Sie das Kind Pausen machen, denn das Vorlesen ist für Leseanfänger aufregend und oft auch entmutigend. Je entspannter die Situation, desto besser wird Ihr Kind lesen. Übrigens hatte ich beim lauten Lesen in der Klasse auch immer Angst zu Versagen und habe ziemlich zu stottern begonnen. Trotzdem bin ich später Schriftstellerin geworden und lese heute nicht nur sehr sicher sondern mit großer Freude vor Publikum!

4. Vom Lesen zum Schreiben
Schreiben heißt, Geschichten zu erfinden. Das beginnt heute bereits bei den ersten Sätzen – und das ist auch gut so. Früher haben die Kinder ihre Hausübungen sehr oft aus dem Deutschbuch abgeschrieben – heute gibt es modernere Lehrkonzepte. Immerhin muss auch das Aufsatzschreiben geübt sein! Und hier sind wir auch schon beim Workshop angelangt. Von den ersten kurzen Sätzen bis hin zur ersten Postkarte oder gar der ersten Geschichte gilt: Schreiben kann durchaus Spaß machen!
Gemeinsam werden wir mit Impulsbildern und lustigen Wörtern kleine Sätze und Geschichten erfinden – und zwar genau so, wie Kinder das tun.
Vom gemeinsamen Verfassen lustiger Postkarten bis hin zu einem kleinen Bilderbuch, das dann noch zu einem Hörbuch wird … die Welt der geschriebenen Sprache kann Kinder durchaus begeistern!

Der Workshop richtet sich an alle Eltern, Großeltern, Onkel, Taten, Nachbarn und selbstverständlich an alle Pädagoginnen und Pädagogen.

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Margarita Kinstner ist ausgebildete Kindergartenpädagogin und arbeitete 15 Jahre lang in Kindergärten und Horten. Die frühe Leseförderung sowie die Förderung der Schreibanfänger waren ihr immer ein besonderes Anliegen.

Seit 2014 ist Margarita Kinstner selbständig. Zwei ihrer Romane sind bereits erschienen, für ihr drittes Romanprojekt hat sie den Theodor Körner Preis für Literatur erhalten. Außerdem ist sie Herausgeberin eines lese- und schreibpädagogischen Kindermagazins und arbeitet bei einem Vorschulbuch-Projekt  mit.

Infos: www.margarita-kinstner.com

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