Logo: Die Kärntner Volkshochschulen

 / 

  • Die eigene Tasche
  • Liebe zum Detail

The Magic Ring - Häkeln hat etwas Magisches

Immer mehr Menschen werden dieser Tage vom Häkelfieber befallen. Dass es Handarbeitsstücke gibt, die man auf der Straße gern präsentiert, beweist Regina Schwarzfurtner-Bogdan

The Magic Ring - Häkeln hat etwas Magisches

Die richtigen Accessoires vollenden die Magie

Häkeln kann man (fast) alles

Wenn jemand etwas von Mode und Häkeln versteht, dann ist es Regina Schwarzfurtner-Bogdan. Schließlich kennt sie das Häkelfieber, das einen plötzlich befallen kann, selbst nur zu gut und weiß wie schnell sich Pölster und Mützen zu Hause stapeln können. Heute designt Regina Schwarzfurtner-Bogdan ihre modischen Werke selbst und teilt ihre »Rezepte« mit der ganzen Welt. In ihren liebevoll erstellten Unterlagen findet man stylische Kleider, kecke Sonnenhüte, entzückende -und dennoch brauchbare- Kindermode,  und eben auch blickfangende Taschen.

Die Anleitungen von Regina Schwarzfurtner-Bogdan kann man sich aus dem Netz herunterladen. Wem eine Anleitung allein nicht genügt, der kann mit Regina Schwarzfurtner-Bogdan gemeinsam häkeln und sich viele wertvolle Tipps holen. Zum Beispiel bei einem ihrer Kurse, die sie neuerdings auch auf der Volkshochschule Klagenfurt anbietet. Gerade eben hat Regina Schwarzfurtner-Bogdan einen neuen Workshop abgehalten, in dem die Teilnehmerinnen ihre eigene Häkelhandtasche anfertigten.

Auch Taschen müssen gut gefüttert werden

Es ist der letzte Abend der Häkelgruppe im Saal 8 der Volkshochschule Klagenfurt. Die Taschen sind so gut wie fertig, heute werden die passenden Accessoires ausgewählt, wer Probleme mit dem Innenfutter hat, fragt nach. Im Raum witzelt man über abgebrochene Nähnadeln, Flüche, die durchs Wohnzimmer flitzen und zur Hilfe eilende Partner.  "Wenn man jemanden hat, der beim Spannen hilft, gehen die Nadeln nicht kaputt. Ich bitte immer meinen Ehemann, der hat mitunter ganz schön viel zu assistieren." verrät Regina Schwarzfurtner-Bogdan.

Wer die Sache mit dem Futter nicht alleine nicht schafft, dem hilft die Designerin gerne. Sie ist nicht nur eine geduldige Trainerin, sondern nimmt manches Mal auch die ein oder andere Tasche mit nach Hause, um die letzten, kniffligen Dinge in Angriff zu nehmen. Zum Beispiel ein paar Stiche dort zu setzen, wo die Nähmaschinen ihrer KursteilnehmerInnen versagen. "Ich freu mich einfach, wenn die TeilnehmerInnen etwas aus meinen Unterrichtsstunden mitnehmen können.", erzählt Schwarzfurtner-Bodgan mit strahlenden Augen.

Vorsicht! Häkeln kann glücklich machen!

"Die Tätigkeit hat mir damals geholfen, als es mir selbst gesundheitlich nicht so gut ging", beschreibt Regina Schwarzfurtner-Bogdan das Hobby, das auch meditativ wirkt. Eine Freundin habe ihr zur Genesungsunterstützung Häkelnadeln und Garn mitgebracht. Was als heilende Beschäftigungstherapie gedacht war, wurde zur Leidenschaft. Heute häkelt Regina Schwarzfurtner-Bogdan bis zu zehn Stunden pro Tag.

"Ich probiere gern Neues aus und schreibe mit. So entstehen auch meine Anleitungen", erzählt sie und zieht ein paar von ihnen aus ihrer Tasche. "Ich wollte nicht mehr bloß häkeln, um den KundInnen ein fertiges Stück in die Hand zu drücken. Mit meinen Anleitungen kann jeder selbst kreativ werden."

Seit sich Regina Schwarzfurtner-Bogdan auf Facebook vernetzt, werden nicht nur ihre Anleitungen im Rekordtempo heruntergeladen - "Manchmal komme ich mit dem Häkeln fast nicht nach", sagt sie, auch die Workshops sind gut besucht. Neu im Programm sind auch Häkelurlaube: "Da sich meine TeilnehmerInnen gewünscht haben, dass wir auch bei den Ausflügen Nadeln und Garn mitnehmen, war die Programmplanung eine echte Herausforderung. Aber mir machen solche Aktionen ja Spaß!"

Kleiner Tipp: Demnächst wird in Klagenfurt auch ein Häkelmarathon stattfinden. Damit dem Lindwurm nicht kalt wird, treffen sich Häkler und Häklerinnen am 24. November in "Das Flex", um einen riesigen Centipede-Schal für das Wahrzeichen anzufertigen. Über Facebook trudeln sogar Anmeldungen aus dem Ausland ein.

Dass Häkeln nicht nur glücklich macht, sondern auch die Leute zusammenführt, ist für Regina Schwarzfurtner-Bogdan nichts Neues. Die VHS-Kursleiterin hat sich immer gern mit anderen Menschen vernetzt.

"Ich bin auf meine Mitmenschen immer sehr offen zugegangen. Das macht meine Workshops so erfolgreich. Die meisten kommen wieder. Neulich hat sich eine Dame für einen Babymoden-Workshop angemeldet, obwohl sie selbst keine kleinen Kinder oder Enkelkinder hat.", erzählt die Designerin. Auf die Frage, ob sie die Kleidungsstücke dann überhaupt brauchen könnte, meine diese Kursteilnehmerin fröhlich: "Irgendeine Nachbarin hat man immer, die sich freut!"

Häkelmode ist in

Während eine der Teilnehmerinnen in der Knopf-und-Perlen-Kiste nach passenden Accessoires sucht, erklärt Regina Schwarzfurtner-Bogdan zwei anderen (die mit ihren Taschen fertig sind und mit einer Mütze begonnen haben) den Magic Ring. Wer diesen kenne, erklärt sie, der werde oben nie wieder Loch in der Haube haben.

Rosemarie D. ist eine der Teilnehmerinnen. War es tatsächlich die Häkeltasche, deretwegen sie den Kurs gebucht hat? Rosemarie D. lacht. Dass es eigentlich die Idee ihrer Schwägerin gewesen sei, hierher zu kommen, erzählt sie. "Meine Güte, habe ich gedacht. Häkeltaschen sind doch was für alte Frauen!" Da sie jedoch gerne etwas mit ihrer Schwägerin unternehme, habe sie sich überreden lassen und sogar noch eine Freundin animiert. 

Neben Rosemarie D. sitzt Gerti E. und nickt. Ja, sie seien zu dritt gekommen. Dass ihr diese Tasche wirklich gefallen würde, damit habe auch sie nicht gerechnet.

"Man gibt für soviel Unsinn Geld aus", sagt Rosemarie D. "Mehr als dass uns die Tasche danach nicht gefällt, konnte uns ja nicht passieren. Aber als ich dann die Taschen gesehen habe, hätte ich meine Schwägerin küssen können!"

Auch Isolde M. hat sich überraschen lassen. "Ich bin Stammgast der Volkshochschule", sagt sie. Von Qi Gong über Italienisch und Chinesisch bis hin zu den unterschiedlichsten Kreativkursen hat sie schon viel ausprobiert.

Isoldes M. hat als einzige nicht das Standardmodell gewählt, sondern jenes, das ein wenig kniffeliger ist. Sie zeigt sich begeistert: "Toll sehen die Taschen alle aus. So sehr, dass man am liebsten eine von ihnen schnappen und sich damit auf der Straße zeigen möchte!"

Andrea S. ist die einzige der heute Anwesenden, die die Taschen bereits kannte. Sie sei hierher gekommen, um sich genau eine solche zu häkeln. "Ich hätte mir nie gedacht, dass ich selbst auch so etwas häkeln kann!«", sagt sie und frisiert mit einer kleinen Schere die graue Quaste, die sie gleich aufnähen wird.

Diagnose: Häkelfieber der besonders gefährlichen Art

"Sind sechs Reliefstäbchen zu groß, dann nimmst du nur fünf", erklärt Regina Schwarzfurtner-Bogdan. Und dass es bei den Mützen eine Faustregel gäbe. Es wird so lange mit Zunahmen gehäkelt, bis die gespreizte Hand auf die Fläche passt. "Bei Kindern gilt das allerdings nicht. Bei Kindern ist der Kopf proportional ja meist viel großer als bei Erwachsenen."

Die zwei Stunden sind viel zu schnell vergangen. Während des Zusammenpackens erzählt eine Teilnehmerin, dass sie zu Hause bereits eine zweite Handtasche gehäkelt habe. "Die wird ein Geschenk."

Vorhin hat sie begonnen, an der Mütze "Mellow" zu arbeiten. "Ich freu mich schon richtig auf den nächsten Workshop!", verrät sie, als sie ihre Häkelnadel und das Garn einpackt.

Das Video zum Häkelworkshop finden Sie hier.

Redaktion: Margarita Kinstner 

Magic Häkeln mit der VHS Kärnten

NEWS